Beitrag - 2012/2

Der Innovationstag auf den Xinnovations 2012 - eine Nachlese

Ein Beitrag von Dr. Hendrik Send vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Berlin, 11.09.2012: Das Internet ermöglicht vielfältige Innovationen. Es entstehen neue Geschäftsmodellen, neue Vertriebskanäle bis hin zu neuen Geräten, die direkt oder indirekt Internettechnologie nutzen. Gleichzeitig ändert sich der Innovationsprozess grundlegend, wenn entlang seiner Stufen Anwendungen aus dem Internet genutzt werden. Das Programm des zweiten Konferenztages wurde von dem seit 2011 bestehenden Xinnovations-Partner Alexander-von-Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) gestaltet.

Im Forum Innovation haben Praktiker und Forscher diese neuen Bedingungen der Innovation diskutiert und aus Perspektive der Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft vertieft.

Prof. Dr. Dr. Schildhauer hat als einer der vier Gründungsdirektoren des HIIG den Tag mit einer Keynote eröffnet, in der er Einblicke in seine transdisziplinäre Arbeit an aktuellen Forschungsprojekten im Bereich "Internet-basierte Innovation & Ökonomie" gewährte. Im Rahmen seines Vortrags erläuterte er, inwiefern das Internet nicht nur selbst eine Innovation darstellt, sondern auch neue Möglichkeiten liefert, durch die Aktivierung von großen Gruppen (Crowds) Probleme zu lösen und somit weitere Innovationen zu schaffen.

Während der ersten Session diskutierte Dr. Sascha Friesike diese Aspekte aus der Forschungs- & Entwicklungs-Perspektive. Hierzu stellte zunächst Hannes Klöppel, Geschäftsführer der iversity GmbH, das Phänomen der Citizen Science, den Einbezug von Laien in wissenschaftliche Prozesse, vor. Michael Liebe, Referent für Neue Medien des Medienboard Berlin-Brandenburg, gab einen tiefen Einblick in offene Sozialforschung bei der Spieleindustrie. Sönke Bartling zeigte in seinem Beitrag, welche neuen Möglichkeiten auf den klassischen Wissenschaftsbetrieb durch Social Media zukommen. In der anschließenden Diskussion wurde angeregt und kontrovers diskutiert, ob die Wissenschaft einer Erweiterung durch Social Media bedarf.

Die zweite Session beschäftigte sich mit der gesellschaftlichen Perspektive. In ihrem Vortrag zeigte Kirsten Gollatz, Projekt Manager Research am HIIG im Forschungsbereich "Internet Policy & Governance", unterschiedliche Perspektiven auf Partizipation im Internet. Sie ergänzte neue Formen der Partizipation im digitalen Zeitalter vor dem Hintergrund des Zusammenspiels von sozialen, technischen und politischen Normen.

Armin Berger, Geschäftsführer der 3pc GmbH Neue Kommunikation, hat die Einleitung vertieft am Beispiel der Auswirkungen für die politische Kommunikation, die Liquid Democracy mit sich bringt.

Mathias Schindler, Projektmanager Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland, zeigte in seinem Beitrag die Gradwanderung zwischen Komplexität bei der Selbstregelung von Wikipedia und der Notwendigkeit eine einfache Beteiligung zu ermöglichen.

Die Diskussion im Anschluss wurde von Leonhard Dobusch, Postdoc an der Freien Universität Berlin, der sich in seiner Forschungsarbeit vor allem mit dem Zusammenhang von Innovation, Standardisierung und privater Regulierung beschäftigt, moderiert.

Im Rahmen der dritten Session wurde internetbasierte Innovation aus der wirtschaftlichen Perspektive betrachtet. Zu Beginn stellte Dr. Hendrik Send, Projektleiter Forschung im Bereich "Internet-basierte Innovation & Ökonomie" am HIIG, die zentrale Fragen seines Forschungsprojekts "Innovation Index". Das Projekt beschäftigt sich damit, wie Unternehmen, Branchen und Regionen die Möglichkeiten des Internet nutzen und zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen einsetzen und welche zusätzlichen Investitionen damit einhergehen.

Denis Eser, Produktmanager für die Software as a Service Ideenmanagement-Lösung myIdeaNet, berichtete von seiner Praxiserfahrung bei der HYVE AG und ging auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Crowdsourcing im Unternehmen ein. Inwiefern Crowd Manufacturing, die kollaborative Produktentstehung, auch im Maschinenbau eine entscheidende Rolle spielt, wurde von Steffen Heyer, Oberingenieur an der Technischen Universität Berlin, erläutert. Er verfolgt den Ansatz, dass die kollaborative Zusammenarbeit sich nicht nur auf die Produkte beschränken, sondern auch auf die Weiter-/Entwicklung der genutzten Geräte angewendet werden kann. Dr. Hendrik Send leitete die Diskussion zur letzten Session, in der erörtert wurde, wie Unternehmen und Open Source Projekte voneinander lernen können.

Direkt im Anschluss fand der „Xpitch“, die Suche nach visionären Sichten auf die Informationstechnologie, statt. Der diesjährigen Ausschreibung lag die Frage zu Grunde, in welchen Bereichen IT ein hohes Potential für gesellschaftlichen Wandel darstellt und welche Innovationen dabei entstehen. Der Innovations-Tag endete mit der feierlichen Preisverleihung.

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